Wie alles begann
Im Jahr 1990, irgendwo in Frankreich, war ich siebzehn Jahre alt und mit einer Gruppe von Freunden unterwegs.
Während dieser Reise – quer durch Städte und Landschaften – nahm sich mein älterer Freund und Begleiter Peter die Zeit, mir die Funktionsweise seiner Kamera näherzubringen.
Mit viel Geduld erklärte er mir die Grundlagen: ISO, Blende, Belichtung und die richtige Wahl der Fokuspunkte.
Da die digitale Fotografie damals noch längst nicht so weit entwickelt war wie heute, reichte es nicht aus, einfach nur auf den Auslöser zu drücken – ich musste mich intensiver mit der Materie auseinandersetzen.
Zu meinem Glück durfte ich in jenen Sommerferien häufig die Kamera meines Freundes und Mentors Burchard nutzen – eine Gelegenheit, die ich so oft wie möglich wahrnahm.
Ich experimentierte viel, verbrauchte zahlreiche Filme und sammelte erste Erfahrungen. Allerdings mussten die Filme anschließend entwickelt werden, was ich selbst nie durchführen konnte. Dadurch wurde dieses für mich damals recht kostspielige Hobby schnell zur Nebensache. Dennoch habe ich nie ganz den Bezug zur Fotografie verloren.
Um die Jahrtausendwende herum kaufte ich schließlich meine erste Digitalkamera, eine Canon EOS 1000D. Damit eröffneten sich völlig neue Wege für meine Art der Fotografie.
Plötzlich konnte ich deutlich mehr Bilder aufnehmen, sie direkt auf dem Display betrachten und anschließend am Computer sichten und bearbeiten.
Die Bildbearbeitung spielte anfangs noch eine untergeordnete Rolle, doch mit der Zeit – und durch viel Eigenrecherche – habe ich mir auch in diesem Bereich Kenntnisse angeeignet.
Nach einigen Jahren wechselte ich auf eine schnellere und leistungsfähigere Kamera und erweiterte meine Ausrüstung um verschiedene Objektive.
Mit jedem neuen Objektiv erschlossen sich mir weitere kreative Möglichkeiten.
Was mich an der Fotografie besonders fasziniert, ist das Einfangen von Momenten und deren künstlerische Inszenierung. Ob in der Streetfotografie oder im Porträtbereich – ich versuche stets, den richtigen Augenblick festzuhalten, ihn gewissermaßen einzufrieren und mit anderen zu teilen.
Seit einiger Zeit verfolge ich zudem einen neuen Ansatz und arbeite mit einem sogenannten „Zielfoto“. Dabei überlege ich mir bereits im Vorfeld, wie das fertige Bild aussehen soll.
Anschließend fotografiere ich gezielt darauf hin und versuche, diesem inneren Bild so nahe wie möglich zu kommen. Gerade im Porträtbereich ist das eine besonders inspirierende Arbeitsweise, die aber auch im kreativen Kontext immer wieder neue Herausforderungen mit sich bringt.
Denn eines ist sicher: Man lernt nie aus. Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.
